GEGENWIND
    Bürgerinitiative     Oedingen-Cobbenrode


Max Mustermann

Musterweg 123

12345 Musterstadt

 

 

 

Bezirksregierung Arnsberg

Dezernat 32 – Regionalentwicklung

Seibertzstraße 2

59821 Arnsberg

 

 

 

                                                                                                                                 xx.xx.2021

 

 

Beteiligungsverfahren zum Regionalplan, räumlicher Teilplan MK-OE-SI

Stellungnahme zur Festlegung von Windenergiebereichen (WEB) – Lennestadt 09.05.WEB.002 östlich Oedingen

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

(mögliche Textbausteine:)

ich befürchte durch den Ausweis von WEB im Regionalplan und dem damit verbundenen möglichen Bau von Windindustrieanlagen zahlreiche negative Einflüsse und lege daher gegen den Regionalplan-Entwurf form- und fristgerecht Widerspruch ein.

Viele im Regionalplan ausgewiesenen WEB befinden sich in Waldgebieten. Diese Waldgebiete stellen aber für unsere heimische Tierwelt einen adäquaten Lebensraum dar. Es ist daher wichtig, Waldgebiete zu erhalten bzw. wieder aufzuforsten, um so auch die Artenvielfalt, die es hier in der heimischen Natur gibt, zu erhalten und noch zu steigern. Aktuell hat die EU gegen Deutschland Klage erhoben wegen fortlaufenden Verstößen gegen das Naturschutzrecht. Durch den geplanten Ausbau der Windenergie wird aber ein Stück Natur und damit der Lebensraum für viele Tiere zerstört, ohne dass dem ein entsprechender Nutzen gegenübersteht.

 

Gerade Waldgebiete stellen für Fledermäuse, diverse Vogelarten und lärmempfindliche Wildtiere wie Wildkatze oder Rothirsch bedeutende Lebensräume dar. Diese werden durch den Ausbau der Windenergie in Waldgebieten signifikant zerstört bzw. massiv verkleinert. Große noch zusammenhängende Waldgebiete werden durch den Bau von Windrädern regelrecht zerschnitten, wodurch es zu einer Verschlechterung der artenspezifischen Lebensräume (Habitatqualität) kommt.

 

In Deutschland stehen alle heimischen Fledermausarten auf der roten Liste der bedrohten Tierarten. Rotmilan und Schwarzstorch sind windenergieempfindliche Arten, deren Lebensraum ruhige Waldgebiete und deren Umgebung sind, wo sie auch ausreichend ihre Nahrung finden. Gerade der Bereich im und um den WEB östlich von Oedingen stellt einen wichtigen Lebensraum für diese Arten dar. In den letzten Jahren ist zudem das Vorkommen von Greifvögeln, insbesondere Rotmilan und Uhu, hier in der Region stark gestiegen, dies belegen zahlreiche Aufzeichnun-gen von Privatleuten.

Gerade das Vorkommen von Rotmilan und Schwarzstorch ist aufgrund des landesweiten schlechten Erhaltungszustandes (Ampelbewertung des landesweiten Erhaltungszustandes „rot“) besonders zu schützen. Durch den Entwurf zum Regionalplan mit den ausgewiesenen WEB, die überwiegend in ruhigen Waldgebieten der Höhenlagen zu finden sind, wird sich der Erhaltungszustand dieser bedrohten und windenergieempfindlichen Arten noch weiter verschlechtern.

Pro Jahr fallen laut Hochrechnungen bis zu 250.000 Fledermäuse und bis zu 100.000 Vögel den Windrädern zum Opfer. Hierbei handelt es sich aber überwiegend nicht um Singvögel, die z.B. auch bei uns in den Gärten vorkommen, sondern um große Greifvögel, die häufig vom Aussterben bedroht sind. Auch Insektenschwärme fallen den Windrädern massenhaft zum Opfer. Es gibt mittlerweile gar Unternehmen, die sich auf die Säuberung der Rotorblätter von Insekten im großen Stil spezialisiert haben. Generell lassen sich die Zahlen von Wildtiertötungen durch Windräder nur sehr schwer ermitteln, da die Tiere teilweise schlichtweg nicht gefunden werden oder sehr schnell von Aasfressern verschleppt werden.

 

Das Sauerland liegt auf einer der Zugvögel-Hauptrouten, gerade für Kraniche. Ab Mitte Februar kehren die Kraniche aus den Winterquartieren in Spanien und Nordafrika an die Brutplätze in Deutschland zurück und läuten das Ende des Winters ein. Im Herbst verlassen sie ihre Brutplätze wieder und ziehen Richtung Süden. Nicht auszumalen, wenn diese Kolonien von Zugvögeln bei schlechter Sicht in die Rotorblätter geraten.

 

Ich halte Windenergie für eine Art der erneuerbaren Energiegewinnung, die nicht in Gebieten mit einem hohen Aufkommen an Wildtieren installiert werden sollte und lege daher meinen Widerspruch gegen den Ausweis von WEB im Rahmen des Regionalplans ein.

 

Ich bin aus den genannten Gründen gegen die geplante Ausweisung eines Wind-energiebereichs östlich von Oedingen.

 

Bitte bestätigen Sie mir dieses Schreiben mit entsprechendem Eingangsvermerk.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

Max Mustermann