GEGENWIND
    Bürgerinitiative     Oedingen-Cobbenrode


 

Max Mustermann

Musterweg 123

12345 Musterstadt

 

 

 

Bezirksregierung Arnsberg

Dezernat 32 – Regionalentwicklung

Seibertzstraße 2

59821 Arnsberg

 

 

 

                                                                                                                                 xx.xx.2021

 

 

Beteiligungsverfahren zum Regionalplan, räumlicher Teilplan MK-OE-SI

Stellungnahme zur Festlegung von Windenergiebereichen (WEB) – Lennestadt 09.05.WEB.002 östlich Oedingen

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

(mögliche Textbausteine:)

ich befürchte durch den Ausweis von WEB im Regionalplan und dem damit verbundenen möglichen Bau von Windindustrieanlagen zahlreiche negative Einflüsse und lege daher gegen den Regionalplan-Entwurf form- und fristgerecht Widerspruch ein.

Das einzigartige Landschaftsbild des Sauer-, Sieger- und Wittgensteiner-Land würde nachhaltig negativ und dauerhaft durch die mehr als 240 m hohen Windräder beschädigt. Man bedenke hierbei, dass diese Windräder zum überwiegenden Teil auf über 500 m hohen Bergkämmen stehen sollen. Diese Windindustrieanlagen würden dann weit über 700 m hoch in die schönsten Naherholungsgebiete, die NRW (noch) zu bieten hat, ragen.

Bedenkt man, dass der Kölner Dom mit seinen „nur“ 157 m Höhe weithin sichtbar ist und der Stadt Köln sein unverwechselbares Wahrzeichen gibt, so sollen es künftig noch weitaus höhere Windräder sein, die das Rothaargebirge und seine Ausläufer bis über die Grenzen NRWs in ein über weite Strecken sichtbares Industriegebiet verwandeln.

Da Windräder kein ruhendes, sondern durch die Drehbewegungen der Rotorblätter ein permanent sich drehendes Objekt am Horizont darstellen, werden sie als besonders störend empfunden und haben so einen deutlich negativen Einfluss auf das Landschaftsbild.

 

Der WEB östlich von Oedingen befindet sich in einem Landschaftsschutzgebiet (LSG-4812-0001), das sich als ein zusammenhängendes Gebiet über weite Flächen der Kommune Lennestadt erstreckt. Die rechtlichen Grundlagen verbieten in Landschaftsschutzgebieten grundsätzlich das Errichten von Bauten jeglicher Art sowie das Ableiten von Grundwasser. Es widerspricht meiner Rechtsauffassung, dass nun in diesem Landschaftsschutzgebiet der Bau von Windkraftanlagen möglich sein soll und ebenfalls eine mit dem Bau verbundene großflächige Versiegelung des Bodens stattfinden soll. Nach welchen Abwägungskriterien wurde hier der Landschaftsschutz zu Gunsten einer möglichen Errichtung von Windkraftanlagen aufgehoben?

 

Als besonders negativ empfinde ich, dass die im Regionalplan ausgewiesenen WEB überwiegend in Waldgebieten geplant sind. Diese Waldgebiete sind jedoch für ein intaktes Ökosystem unverzichtbar. Die Waldgebiete müssen für den Bau von Windindustrieanlagen großflächig gerodet und versiegelt werden (Pro Windrad wird eine Fläche von ca. 0,5 ha dauerhaft versiegelt). Hinzu kommen dann oft noch mehrere ha für die Zuwegungen innerhalb der WEB. Im Gegenzug dazu bindet ein Hektar Wald ca. 10 bis 12 Tonnen CO2 pro Jahr und ist zudem ein wichtiger (Trink-) Wasserspeicher. Ebenso trägt der Wald zur Stabilisierung des Grundwasserspiegels bei. Viele Quellgebiete haben ihren Ursprung in unseren heimischen Wäldern und bilden im späteren Verlauf wichtige Zuflüsse für z.B. die Ruhr. Diese Quellgebiete könnten durch den Bau der Windkraftanlagen und die damit verbundene Versiegelung der Flächen sprichwörtlich „trockengelegt“ werden.

 

Der Wald stellt für unsere heimische Tierwelt einen adäquaten Lebensraum dar. Es ist daher wichtig, Waldgebiete zu erhalten bzw. wieder aufzuforsten, um so auch die Artenvielfalt, die es hier in der heimischen Natur gibt, zu erhalten und noch zu steigern. Aktuell hat die EU gegen Deutschland Klage erhoben wegen fortlaufenden Verstößen gegen das Naturschutzrecht. Durch den geplanten Ausbau der Windenergie wird aber ein Stück Natur und damit der Lebensraum für viele Tiere zerstört, ohne dass dem ein entsprechender Nutzen gegenübersteht.

 

Zu begrüßen ist daher in diesem Zusammenhang ein Zitat der Landesregierung in Gestalt der Bauministerin Frau Scharrenbach, das jüngst der lokalen Presse zu entnehmen war „Einen Riegel schiebt die Landesregierung weiterhin dem Aufbau von Windkraftanlagen im Wald vor. Bei nur 27% Waldflächen in NRW müsse man bei diesem Eingriff in die Natur vorsichtig sein“.

 

Die Landesregierung von Thüringen ist hier seit Dezember 2020 schon weiter und hat parteiübergreifend per Gesetz den Bau von Windrädern in Waldgebieten verboten. Dieses gesetzliche Verbot wäre auch von der Landesregierung in NRW wünschenswert.

 

Ich lege daher grundsätzlich meinen Widerspruch gegen den Ausweis von WEB im Rahmen des Regionalplans ein.

 

Ich bin aus den genannten Gründen gegen die geplante Ausweisung eines Wind-energiebereichs östlich von Oedingen.

 

Bitte schicken Sie mir eine Eingangsbestätigung zu diesem Schreiben.

 

Mit freundlichen Grüßen

Max Mustermann