GEGENWIND
    Bürgerinitiative     Oedingen-Cobbenrode


 

Max Mustermann

Musterstraße

12345 Musterstadt

 

 

 

Bezirksregierung Arnsberg

Dezernat 32 – Regionalentwicklung

Seibertzstraße 2

59821 Arnsberg

 

 

 

                                                                                                                                 xx.xx.2021

 

 

Beteiligungsverfahren zum Regionalplan, räumlicher Teilplan MK-OE-SI

Stellungnahme zur Festlegung von Windenergiebereichen –Lennestadt_09.05.WEB.002 östlich Oedingen

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

der Tourismus stellt für unsere Regionen (das Sauer-, Sieger- und Wittgensteiner Land) einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar, vor allem wenn man die Wertschöpfungskette über die reine Beherbergung von Touristen weiter betrachtet, wie z.B. Gastronomie und Einzelhandel. Die Bandbreite erstreckt sich von großen Hotels über Kinder-Ferien-Bauernhöfe bis hin zu kleinen liebevoll geführten Pensionen und Ferienwohnungen, die teilweise im Nebenerwerb geführt werden.

 

Die Touristen, die hier Urlaub machen, möchten die Natur und die Ruhe genießen und sich vom oftmals stressigen und lauten Alltag der Großstädte erholen. Die Altersklasse der Urlauber erstreckt sich von jungen Familien bis vor allem hin zu älteren Generationen, die vielleicht keine weiten Reisen mehr auf sich nehmen wollen oder aus finanziellen Gründen nicht können. Sie alle möchten die Natur hier erleben, kleine oder große Wandertouren auf den Höhenzügen wie z.B. dem Rothaargebirge und seinen Ausläufern unternehmen und dabei den ungestörten Ausblick in die Landschaft genießen.

 

Das Landschaftsbild ist für unsere Regionen eine starke touristische Attraktivität; dieses Landschaftsbild ist maßgeblich dafür, dass Wanderfreunde und Naturliebhaber bei uns Urlaub machen. Doch dieses Landschaftsbild würde durch den massiven Ausbau der Windindustrieanlagen zerstört bzw. zerstückelt, denn Windkraftanlagen werden als raumbedeutsam eingestuft und prägen somit das Landschaftsbild.

 

Die Attraktivität der weitläufigen naturbelassenen Gegend würde durch die weithin sicht- und hörbaren Windräder mit Höhen über 240 m auf über 500 m hohen Bergrücken unwiederbringlich verloren gehen. Die Windräder werden der Naturlandschaft den prägenden Charakter eines Industriegebietes verleihen. Insbesondere unsere holländischen Gäste lehnen eine solche Umgebung zu Erholungszwecken grundsätzlich ab.

 

Wir gehen davon aus, dass der Tourismus in unseren Regionen stark nachlassen wird und sich Gäste für andere Urlaubsregionen entscheiden werden. Die Gäste werden abwandern in Regionen wie den Bodensee oder die Alpenregion, da hier der Ausbau von Windindustriegebieten nicht so stark forciert wird, wie es jetzt im Entwurf des Regionalplanes geschieht. Gerade Stammgäste werden abwandern, da sie auf Veränderungen sensibel reagieren. Dies zeigen bereits Erfahrungen aus anderen Gebieten wie Hunsrück und Eifel. Andere Studien weisen bereits auf die negativen Auswirkungen der Windenergie auf den Tourismus hin.

 

Der Ort Eslohe ist ein staatlich anerkannter Luftkurort, die Ortschaft Cobbenrode (Teil der Gemeinde Eslohe) ist ein staatlich anerkannter Erholungsort. Dieses Prädikat für Cobbenrode verdeutlicht, dass gerade die Außenbereiche lärmarme Räume mit herausragender Bedeutung sind, die der Erholung von Menschen dienen. Dies trifft sowohl für Touristen als auch für Einheimische zu, die die Gegend um Cobbenrode als Naherholung nutzen. Die Grenze der Ortschaft Cobbenrode verläuft direkt entlang des östlich von Oedingen ausgewiesenen WEB und befindet sich somit innerhalb des 500 Meter Prüfradius. Dieser Sachverhalt wurde bei der Ausweisung des WEB östlich von Oedingen nicht hinreichend berücksichtigt und widerspricht somit grundlegend der Ausweisung des Gebietes als WEB.

 

Wie soll die Tourismusbranche in unseren Regionen, nachdem sie durch die Corona-Pandemie monatelang ihre Türen für Urlauber schließen und die starken Umsatzwegbrüche verkraften musste, die größtenteils nicht durch staatliche Hilfen abgefangen werden konnten, jetzt noch den massiven Ausbau der Windenergie überleben? Es wird unter Umständen zu einem „Branchensterben“ kommen und hierdurch zu einem Wegfall von zahlreichen Arbeitsplätzen.

 

Ist sich der Regionalrat bewusst, dass er den zahlreichen Tourismusbetrieben der Region, die teilweise schon über mehrere Generationen hin bestehen, mit dem massiven Ausweis von Windenergiebereichen auf den Höhenzügen des Sauer-, Sieger- und Wittgensteiner-Landes nachhaltig die Existenzgrundlage rauben wird?

 

Ich lege hiermit Widerspruch gegen den Entwurf des Regionalplanes ein und bitte um Bestätigung.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

Max Mustermann